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B77

Bilder von Generalüberholungen Studer B67

Die B67 ist zweifellos eine der bekanntesten Profimaschinen aus dem Hause Studer.
Diese recht schwere Maschine gab es in zahlreichen Versionen, sowohl was die elektrische Ausstattung betrifft, als auch was die mechanische Ausführung betrifft.
Die Maschine wird unter dem Begriff Mastermaschine geführt, d.h. auf ihr wurden oft die fertig gemischten Musikproduktionen in Stereo abgespeichert.

Diese Maschine gab es in tragbarer Ausführung mit Holzseitenteilen und stabilen Tragegriffen seitlich.
Wesentlich häufiger traf man diese Maschine in einer fahrbaren Konsole an, was bei über 30kg nicht verwundert.
Die elektrische Ausstattung reichte von der "nackten" Version ohne VU-Meter und ohne Bedienelemente bis zur "Komplettausstattung" mit VU-Metern und Bedienelementen.
Bei der Version in der fahrbaren Konsole waren die VU-Meter, der Monitorlautsprecher und die Bedienelemente in einer darüber montierten Brücke untergebracht.

Alle Versionen mit VU-Metern und Bedienelementen sind heute extrem selten, also einerseits die tragbare Version, in der alles im unteren Bereich eingebaut ist, als auch in der fahrbaren Version mit der Brücke. Nachbau von VU-Meterbrücken siehe unten.

Die B67 ist bezüglich der Laufwerksmechanik und der Laufwerkslogik der A700 sehr ähnlich. Die Baugruppen der Signalverarbeitung sind im unteren Bereich in Steckkartentechnik realisiert. Aussehen, Aufbau und Art der Fertigung entsprechen absoluter Industriequalität.

Ab der Version MK II verfügen die B67 über eine zweistufige mechanische Bremse und eine automatische Arretierung der Bandzugwaagen. Beim Einlegen eines Bandes erkennt die Maschine, dass eine Bandzugwaage kurz bewegt wird und öffnet die erste Stufe der mech. Bremse. Dadurch kann das Band auch von kleinen Wickeldurchmessern mit wenig Kraft gezogen werden. Zusätzlich werden die Bandzugwaagen arretiert, sodass einem bei einer kurzen Unachtsamkeit das Band nicht durch die Federkraft der Bandzugwaagen aus den Fingern gezogen wird.

Diese Maschine ist an Servicefreundlichkeit kaum zu überbieten. Selbst der gesamte Kopfblock ist mit wenigen Handgriffen innerhalb von Sekunden ausgebaut.

Hier einige Bilder vom Innenleben, aufgenommen während einer Generalüberholung, z.T. der Urzustand, z.T. mit Neuteilen.

Diese Bilder zeigen die "nackte" Version und die Version mit VU-Meterbrücke jeweils in der fahrbaren Konsole, beide als MK I.

VU-Meterbrücke Eigenbau

Wer die Möglichkeit hat, eine B67 in der fahrbaren Konsole zu kaufen, jedoch keine VU-Meterbrücke auftreiben kann, dem kann ich einen Nachbau anbieten.
Der Nachbau ist mit Absicht nicht streng an das Original angelehnt. Einen wirklich fast deckungsgleichen Nachbau herzustellen, ist extrem schwierig und trotzdem würde jeder Sammler erkennen, dass es kein Original ist.

Die Ziele waren daher,

Als Besonderheit beinhaltet die VU-Meterbrücke einen klirrarmen, frequenz- und amplitudenstabilen Sinusgenerator, sodass die gesamte Einheit das Einmessen der Maschine auf bestimmte Bandsorten ohne externe Messmittel ermöglicht.
In der Betriebsart "Calibration" wird das Signal des Sinusgenerators in die Maschine gespeist (wahlweise 0dB und -20dB, sowie 1kHz und 10kHz). Bei -20dB Einspeisung werden die VU-Meter um 20dB empfindlicher geschaltet, sodass diese zuverlässig den Ausgangspegel zeigen.

Das gesamte Gebilde wird an den Originalanschraubpunkten der Maschine befestigt und mit den XLR-Ein- und -ausgängen verbunden.

Die VU-Meter basieren auf Drehspulinstrumenten aktueller Produktion. Die Skalen sind von hinten mit je 8 LEDs mit breitem Lichtkegel beleuchtet. Die Skalen sind dem Original nachempfunden.
Wählbarer Hintergrund: Gelb oder weiß.

Es gibt LED-Anzeigen für die Pegel 0dB, +3dB und +6dB.

Es gibt ein "Masterpoti" im Aufnahmezweig, womit man beide Kanäle mit einer Hand aus- und einblenden kann.

Es gibt einen Monitorschalter mit den Stellungen "INPUT" und "TAPE" mit gleicher Funktion wie bei A77, B77, PR99 usw.

Es gibt je einen CAL/UNCAL Schalter aufnahme- und wiedergabeseitig, ähnlich PR99.

Die Funktion des Monitorlautsprechers ist ähnlich dem Original. Er ist außer Betrieb, wenn ein Kopfhörer eingesteckt ist. Leistung und Klang des Lautsprechers sind deutlich besser als beim Original.

Die Brücke verfügt über ein eigenes kräftig dimensioniertes Netzteil. Die gesamte Schaltung ist solide entworfen, basiert auf einem sorgfältigen Layout und ist ausschließlich mit qualitativ hochwertigen Bauteilen bestückt. Neutrik Buchsen auf der Rückseite, wahlweise Cinch oder XLR.
Bei XLR-Steckern bzw. -buchsen sind die Eingänge auf Differenzverstärker geführt, die Ausgangsignale kommen über NF-Übertrager, also saubere symmetrische Signalverarbeitung.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 31.07.18

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