Die Tonbandgerätewerkstatt, Tonbandgeräte Reparatur und Wartung
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B77

Sonderarbeiten

Alleine mit Reparaturen, Überholungen und Justierarbeiten ist es manchmal nicht getan.
Gelegentlich müssen Teile neu angefertigt werden, für die es keinen Ersatz mehr gibt.
In gewissem Umfang kann ich auch bezüglich der Holz- und Metallbearbeitung weiter helfen.
Ebenso biete ich die Neuanfertigung beschädigter Leiterplatten an, sowie einige nützliche Nachrüstbaugruppen.

Beispiel: A700 Ersatz für Tragegriff

Die Tragegriffe der Revox A700 waren für das Gewicht der Maschine etwas zu schwach. Im Laufe der Zeit sind leider etliche schon gebrochen, was dann unschön aussieht. Nun wird die A700 ja in den seltensten Fällen noch regelmäßig durch die Gegend geschleppt und wenn, dann greift man solch schwere Maschinen ohnehin besser unten mit zwei Händen. Wer also die Tragefunktion des Griffes nicht braucht, dort aber kein gebrochenes Teil sehen möchte, dem kann ich durch eine Art Blende helfen, die anstatt des Griffes montiert wird. Aluminium, aufgeraute Oberfläche, schwarz lackiert.

A700 Griffblende

Beispiel: Riemenscheibe Akai
In der 60er und frühen 70er Jahren wurden oft noch Teile in Zinkdruckguss gefertigt. Oftmals werden diese Teile vom Zinkfraß (Zinkpest) befallen und brechen regelrecht auseinander. Bei Akai findet man bei älteren Bandgeräten oft Riemenscheiben aus Zinkdruckguß.
Abhilfe: Neuanfertigung aus Messing.
Riemenscheibe Riemenscheibe

Beispiel: Seitenteile für Studer A810
Es sind erstaunlich viele A810 im Umlauf, die keine Seitenteile dran haben. Entweder waren diese Maschinen früher in Konsolen oder 19" Racks montiert oder die Seitenteile sind verloren gegangen.
Ein exakter Nachbau ist wohl nicht möglich, denn die Griffe sind nicht mehr aufzutreiben. Was an Nachbauten existiert, sieht gelegentlich furchterregend aus.
Wenn man sowas macht, dann muss es wegen des Gewichts der A810 sehr stabil werden.
Man sollte Griffe verwenden, die den Originalen möglichst nahe kommen. Man sollte wie im Original die vier Schrauben der Griffe nicht einfach mit Muttern sichern, sondern mit einer massiven Metallplatte auf der Innenseite. Diese muss natürlich versenkt sein. Oben und unten sollten wie bei den Originalen Massivholzleisten den Abschluss bilden.

A810 Seitenteile A810 Seitenteile

Eine wichtiges Detail sind natürlich die schwarzen metallenen Rosetten, in denen die Köpfe der Inbusschrauben verschwinden.

Wenn man das alles machen will, ist das ein großer Aufwand, aber es lohnt sich, siehe hier:

A810 mit neuen Seitenteilen

 

 

Beispiel: Seitenteile Technics RS-1520
In der Regel sind Technics Maschinen gut behütet und gepflegt. Es kommt aber auch mal vor, dass Teile aus Platzgründen demontiert werden und verloren gehen. Hier ein Beispiel, wo sich ein Bastler an der Nachfertigung der Seitenteile versucht hat. An diesen war aber nichts zu retten, sodass eine Neuanfertigung nötig war.
Aufbau: MDF-Platten, gefräst, mit Echtholzfurnier Mahagoni belegt, grundiert, lackiert.
Technics Seitenteile RS-1520

Beispiel: Holzgehäuse Tandberg TD20A
Ein TD20A Gehäuse war an den Ecken stark beschädigt, die Überzugsfolie war unschön geworden.
Eine zufriedenstellende Verbesserung war kaum vorstellbar.
Abhilfe: Neuanfertigung des Rahmens, auf der Hinterseite gefalzt zum Einsetzen der Originalrückwand, mehrfache Grundierung und Lackierung.
TD20A Gehäuse TD20A Gehäuse

TD20A GehäuseTD20A Gehäuse

Fußleisten Revox A77
Die Fußleisten der A77 sind leider eine Schwachstelle. Zu leicht können sie bei unsachgemäßer Handhabung beschädigt werden. Eine stabile Alternative, die durchaus zum Design der Maschine passt, ist eine Neuanfertigung als Massivholzleiste mit Filz- oder Gummiunterseite. Material: Nussbaum lackiert.
A77 Fußleisten A77 Fußleisten

Pausenschaltung Revox B77
Es war Firmenphilosophie bei Revox, dass eine Pausenfunktion nicht rastend war.
Wenn dies stört, kann ich eine Platine nachrüsten, die die Funktion rastend macht.
Es ist eine Eigenentwicklung, die am Rahmen der B77 befetigt wird und somit sehr stabil verankert ist.
Die Funktion externer Fernbedienungen bleibt selbstverständlich bestehen.

Bilder kommen noch.

Einschaltverzögerung Revox A700
Eine ganz unschöne Eigenart der A700 ist das heftige Ausschlagen der VU-Meter unmittelbar nach dem Einschalten der Netzspannung. In der Regel sieht man zwei kräftige Ausschläge nach oben. Der eine entsteht während sich in der VU-Meterschaltung selbst die Betriebsspanung aufbaut, der zweite kommt aus dem Wiedergabeverstärker, sofern der Monitorschalter auf TAPE steht.
Eine spezielle Einschaltverzögerung, die auch noch eine Art Selbsttest des Instruments und der Übersteuerungsanzeigen durchführt erzeugt ein definiertes Anlaufverhalten und schont somit die Lagerung der VU-Meter.

Demo: Einschaltverzögerung und VU-Meter Selbsttest

 

Pausenschaltung Revox A700
Auch hier: Rastende Funktion zum Nachrüsten, Eigenentwicklung
Die Funktion externer Fernbedienungen bleibt selbstverständlich bestehen.

 

Einschaltverzögerung Revox A77
Die A77 hatte noch keine Einschaltverzögerung der Ausgangssignale, sodass es je nach Verstärker einen mehr oder weniger störenden Bums in den Lautsprechern geben konnte. Verstärker, deren Frequenzgang bis Null oder nahe Null Hz herunter geht, können dabei die Lautsprecher zerstören.
Abhilfe ist eine Nachrüstplatine, die die Ausgangssignale verzögert frei gibt. Eigenentwicklung, Montage am Rahmen der A77, sehr stabil.
A77 EinschVerz A77 EinschVerz

 

Relaisersatz für B77 Oszillatorplatine

Einige Versionen der Originalrelais zeigen heute erhebliche Kontaktprobleme. Leider sind heute keine Relais aus aktueller Produktion verfügbar, die das gleiche Pinning haben, also als 1:1- Ersatz dienen können. Eine technisch saubere Lösung ist die Verwendung optimal geeigneter Relais heutiger Fertigung, montiert auf einer Adapterplatine, die wiederum an den erforderlichen Positionen mit der Oszillatorplatine verlötet ist.

Die oft gestellte Frage, wozu da noch ein Widerstand bestückt ist, wird auf der Seite "Wissenswertes" unter "Ersatz für nicht mehr erhältliche Relais" beantwortet.

Relaisersatz


Je eine vergleichbare Platine habe ich auch für das Kopfhörerrelais der B77 und die Aufnahmerelais der PR99 bzw. Kopfhörerrelais des B780 angefertigt.

Buchsenplatte Revox
Die Cinch-Buchsen der A77 (auch B77, B750 usw.) waren mechanisch nicht besonders stabil. Durch unsachgemäße Handhabung, Verwendung zu dicker Stecker oder feuchte Lagerung kann man sich im Laufe der Zeit Kontaktprobleme einhandeln.
Abhilfe: Neue Buchsen, gelötet auf stabilen durchkontaktierten Leiterplatten.
Diese Buchsen haben vier Masseanschlüsse und bieten daher gegenüber einfachen runden Buchsen mit Befestigungsmutter den Vorteil des sicheren Verdrehschutzes.
Die Leiterplatten passen exakt in das gegebene Lochbild. Es wurde bewusst keine Abstandserweiterung vorgenommen, damit nicht an der Maschine herumgesägt oder gefeilt werden muss. Es gibt hochwertige passende Stecker, sodass eine Abstandserweiterung nicht nötig ist.
Die Leiterplatten bieten ausreichend viele Lötanschlüsse, um die Leitungen und auch die Widerstände an der Ausgangsseite ordentlich verlöten zu können.

Wer den Umbau selbst machen möchte, kann von mir die Leiterplatten auch einzeln beziehen. Die Buchsen gibt es bei jedem gut sortierten Elektronikhändler.

Revox Buchsen Revox Buchsen

Revox Buchsen Revox Buchsen

 

Leiterplatte für einen Trafoersatz
An einem Accuphase Tuner war der Netztrafo defekt, Ersatz nicht beschaffbar. Die erforderlichen Spannungen konnten auch mit zwei Standard-Printtrafos realisiert werden. Damit diese mechanisch sinnvoll montiert werden konnten, wurde eine Leiterplatte angefertigt (FR4, zweiseitig mit Lötstopplack). Eine Pertinaxplatte stellt die elektrische Isolierung und die Anpassung an das gegebene Bohrbild des ursprünglichen Trafos her.
Accuphase Tuner

 

Neuanfertigung zerstörter Leiterplatten

Einfache Leiterplatten:
Beispiel: An einer Vierkanalmaschine TEAC A-2340SX war die Leiterplatte, die die vier Tonkopfumschalter trägt, mechanisch zerstört. Das Original war ein Hartpapiermaterial, so wie früher alle Leiterplatten waren. Der Vorbesitzer hatte notdürftige Reparaturversuche unternommen, eine zuverlässige Funktion war trotzdem so nicht mehr zu gewährleisten.
Es wurde ein Layout für eine neue Leiterplatte erstellt. Diese wurde aus FR4 Material mit Lötstopplack hergestellt und ist damit wesentlich stabiler als das Original.

 

Komplexere Leiterplatten:
Gleich vorab: Das ist viel Arbeit und kostet nicht wenig.
Aber: Wenn einmal eine Leiterplatte zerstört ist und Reparaturversuche nicht mehr sinnvoll sind, kann eine Neuanfertigung das letzte Mittel sein, um ein Gerät zu retten. Zuerst wird ein Layout erstellt, bei dem die beschädigte Leiterplatte so gut es geht als Vorlage dient. Ausgebaute Bauteile werden vermessen, davon ein korrektes Footprint erstellt und in das neue Layout positioniert. Damit wird dann eine Leiterplatte in heute üblicher Industriequalität hergestellt, einseitig oder doppelseitig, mit oder ohne Lötstopplack, mit oder ohne Bestückungsdruck, Formgebung bzw. Fräsungen nach Bedarf, ebenso eventuelle Kontaktzungen, Goldauflagen usw.
Hier ein Beispiel einer noch recht gut erhaltenen Leiterplatte:
Erster Schritt: Alte Platine von Bauteilen befreien, sauber machen, einscannen (maximal DIN A3)
Gescannte LP

Zweiter Schritt: Optisch aufbereiten. Kontrast erhöhen, überflüssiges Zinn entfernen, abgerissene Lötaugen ergänzen.

Dritter Schritt: In Layoutprogramm als Hintergrundbild importieren

Vierter Schritt: Lötpads setzen, Leiterbahnen legen

Sonderplatinen: Erweiterungsplatine für Studer A67 und B67
Die sehr servicefreundliche Anordnung der Analogbaugruppen auf Einsteckplatinen ist dann hinderlich, wenn man im Betrieb etwas messen will. Abhilfe: Mittels einer Verlängerungsplatine kann die zu untersuchende Platine weiter nach außen versetzt werden und ist damit beidseitig zugänglich.
Alle Leitungen sind einzeln abgreifbar und auch unterbrechbar. Wesentliche Punkte wie Masse und die Betriebsspannungen sind extra mit Lötstiften versehen. Eigenentwicklung.
B67 Erweiterung

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.06.18

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